Auf ein Glas – der Blog

Gastrosophie

gasEin Begriff der zwei scheinbare Gegensätze miteinander in Verbindung bringt. Normalerweise versucht man den Verstand stets scharf vom Magen zu trennen, hier zeigen sie ihr Zusammenspiel.

Haben sie schon einmal von Ästhesie gehört? Bekannter ist die andere Seite des Begriffs, die Anästhesie. Wie ein Wein durch seine Aromen die Zunge anregen kann, vermag er sie ebenso zu betäuben. In kleinen Dosierungen verwandelt sich das Betäubende in sein Gegenteil, wird anregend.

So, wie nichts im Verstand ist, was nicht zuvor in den Sinnen war, kann der Geschmack aus der Narkose der Worte geboren werden, können Worte durch eine spezifische Nuancierung einen völlig neuen Sinn generieren.

Die schmeckende und die sprechende Zunge schließen einander aus. Ist das so?

Gastrosophie soll hier als Spielfeld der beiden Zungen verstanden werden. Nicht die Trennung zwischen Geschmack und Verstand soll hier durch Lernformeln unterstrichen, sondern die Synthese aus scheinbar klar unterschiedenen Bereichen unternommen werden. Verstand und Geschmack schließen sich nicht aus, sie bedingen einander, denn erst durch den Geschmack entsteht die Weisheit.

Es geht hier um Text, um Worte. Die schmeckende Zunge soll die sprechende anregen, sie zu neuen Begriffszusammenstellungen bringen. Es geht nicht um die Weisheit oder Klugheit des Essens, sondern um das, was durch das Essen angeregt oder transportiert wird. In diesem Sinne ist Gastrosophie hier dem Essen verpflichtet, allerdings in einem anregenden Sinn.

Es geht um die Verbindung beider Zungen – schreibend.

A wie Cidre

(mer) An apple a day keeps the doctor away. Das englische Sprichwort verspricht, dass der regelmäßige Verzehr von Äpfeln den Arzt zu einem armen Mann werden lässt. Tatsächlich steckt in diesem Kalenderspruch mehr Wahrheit, als man zunächst annehmen sollte. Denn Äpfel sind nicht nur reich an Vitamin C, sie enthalten mehrere Mineralstoffe und zahlreiche Spurenelemente. Darüber hinaus soll der regelmäßige Verzehr von Äpfeln soll Krebsvorbeugende Wirkung haben.

Im 19. Jahrhundert wurde die gesundheitsfördernde Wirkung des Apfels erkannt und der Anbau zunächst in England, dann aber auch auf dem europäischen Kontinent und in den USA stark gefördert. Schließlich diente der Apfel auch als preiswerte Nahrung für das durch die beginnende Industrialisierung entstehende Proletariat.

Mittlerweile hat der Apfel seinen so festen wie vielfältigen Platz auf dem Speisplan. Es gibt – ähnlich wie für die Kartoffeln – unzählige Zubereitungsarten für ihn, man kann ihn darüber hinaus auch einfach pur genießen. In der Literatur und der darstellenden Kunst wird der Apfel gerne als Fruchtbarkeitssymbol verwendet und ist seit seiner Interpretation als Frucht vom Baume der Erkenntnis im Garten Eden, sozusagen seit Adam und Eva nicht mehr wegzudenken.

Da verwundert es doch, wenn der Apfelwein im Gegensatz zum Wein ein kulturell vergleichsweise geringes Interesse erfährt. Seine Beliebtheit ist hier zu Lande eher regional auf Gebiete in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland begrenzt und erfährt darüber hinaus nur selten eine nennenswerte Bedeutung. Auch sein französisches Pendant, der Cidre erfreut sich zwar gerade in den heißen Sommermonaten einer spontanen Beliebtheit, hat es jedoch in der Interpretation des Getränks jedoch nie zu einem nennenswerten kulturellen Stellenwert gebracht.

Der Cidre ist als Erfrischung eine kalorienarme Alternative und besticht durch seinen immer noch hohen Anteil an Mineralien und Spurenelementen. Im Vergleich zu seinem Ausgangsprodukt, dem Apfel sind lediglich die Vitamine im Apfelwein nicht mehr enthalten.

Gerade da Äpfel durch Sortenvielfalt und komplexe Aromen überzeugen, verblüfft es, dass der aus Äpfeln gewonnene Wein bisher nicht zu einem dem Wein vergleichbaren Kulturgetränk avancieren konnte.

Aber vielleicht erleben wir ja in den kommenden Jahren den Siegszug des Cidres. Da kann das Apfelweinfestival lediglich den Beginn darstellen.

Santé!

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