Auf ein Glas – der Blog

Gastrosophie

gasEin Begriff der zwei scheinbare Gegensätze miteinander in Verbindung bringt. Normalerweise versucht man den Verstand stets scharf vom Magen zu trennen, hier zeigen sie ihr Zusammenspiel.

Haben sie schon einmal von Ästhesie gehört? Bekannter ist die andere Seite des Begriffs, die Anästhesie. Wie ein Wein durch seine Aromen die Zunge anregen kann, vermag er sie ebenso zu betäuben. In kleinen Dosierungen verwandelt sich das Betäubende in sein Gegenteil, wird anregend.

So, wie nichts im Verstand ist, was nicht zuvor in den Sinnen war, kann der Geschmack aus der Narkose der Worte geboren werden, können Worte durch eine spezifische Nuancierung einen völlig neuen Sinn generieren.

Die schmeckende und die sprechende Zunge schließen einander aus. Ist das so?

Gastrosophie soll hier als Spielfeld der beiden Zungen verstanden werden. Nicht die Trennung zwischen Geschmack und Verstand soll hier durch Lernformeln unterstrichen, sondern die Synthese aus scheinbar klar unterschiedenen Bereichen unternommen werden. Verstand und Geschmack schließen sich nicht aus, sie bedingen einander, denn erst durch den Geschmack entsteht die Weisheit.

Es geht hier um Text, um Worte. Die schmeckende Zunge soll die sprechende anregen, sie zu neuen Begriffszusammenstellungen bringen. Es geht nicht um die Weisheit oder Klugheit des Essens, sondern um das, was durch das Essen angeregt oder transportiert wird. In diesem Sinne ist Gastrosophie hier dem Essen verpflichtet, allerdings in einem anregenden Sinn.

Es geht um die Verbindung beider Zungen – schreibend.

Gesund trinken in New York

(mer) Als ich das erste Mal nach New York kam, erlebte ich ein kurioses interkulturelles Phänomen. Schon bei der Ankunft am Flughafen wurden einige meiner Mitreisenden, die sich nikotinentwöhnt nach dem Interkontinentalflug eine Zigarette entzünden wollten, kulturell überrascht. Schon vor Betreten des Flughafengebäudes wurden sie darauf hingewiesen, dass man auf dem gesamten Flughafengebiet nicht rauchen dürfe. Den Rauchern viel ihre Zigarette aus dem Mund, so barsch wurde die Ansage verkündet.

Mittlerweile haben wir uns auch in Europa daran gewöhnt, die Raucher aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Insofern lohnt ein Blick auf die neuen Vorschriften aus Big Apple zu schauen. Brendan O´Neill hat gerade im britischen Spectator eine wahre Hasstirade auf die Machenschaften des New Yorker Bürgermeisters Bloomberg und seiner rechten Hand, den in den Medien wie ein Supermann verehrter Gesundheitsminister Thomas Farley.

New York ist mittlerweile die einzige Stadt der westlichen Zivilisation, welche die Raucher nicht nur aus Bars, Clubs und Kneipen verbannt, sondern auch das rauchen unter freiem Himmel, sei es am Straßenrand oder im Central Park unter Strafe stellt. Doch damit längst nicht genug: mittlerweile werden die Restaurants der Stadt per Vorschrift gezwungen, hinter ihre Speisen nicht nur einen Preis in Dollar anzugeben, sondern ebenfalls die Kalorien in der gleichen Schriftgröße mitzuteilen. Mag man wohl noch einen Brownie bestellen, wenn man von der Speisekarte mit der Horrorkalorienzahl 1500 konfrontiert wird?

Hierbei handelt es sich lediglich um die Spitze des Eisbergs, denn in ihrem Sendungsbewusstsein scheinen die New Yorker Verantwortlichen komplett zu vergessen, was die freie Wahl für freie Bürger bedeutet und so errichten sie weitere autoritäre Vorschriften zum Vollzug des Gesundheitsimperativs. Es gibt verschiene Vorstöße, um das Salz aus den Speisen der Restaurants zu verbannen. Spannender aber ist die Überlegung, Sozialhilfeempfängern den Genuss von Softdrinks zu verweigern. So sollen die Essensmarken für sozial Bedürftige der Stadt nicht mehr für den Verzehr von Softdrinks eingesetzt werden, da diese nicht nur zu viel Zucker enthalten, sondern insgesamt zu ungesund sind. Abgesehen davon, dass diese Überlegung so zutreffend ist, wie die Aussage, dass Rauchen der Gesundheit schaden kann, muss man sich doch überlegen, wohin eine solche Entwicklung führt: ginge es nach Thomas Farley, dann müsste man sehr wahrscheinlich seinem persönlichen Beispiel folgen, auf den Verzehr von Fleisch verzichten, täglich Sport machen und – wie er – andere Menschen dazu animieren, ein verbessertes Work Out zu absolvieren.

Wie wäre es um den Konsum von Wein bestellt? Darf man dann unter freiem Himmel, etwa beim Grillen mit Freunden nichts mehr trinken? Oder beim Besuch eines Restaurants: sollte man dort dann in Zukunft nur noch Wasser zu sich nehmen?

Bei meinem ersten Besuch in der Stadt bin ich in einen kleinen Supermarkt gegangen. Er wurde von Koreanern geführt und war – wie ich später feststellte – ein für die Stadt typischer kleiner Laden. Ich holte mir ein Bier aus dem Kühlregal, um zum ersten Mal in meinem Leben das viel geschmähte amerikanische Bier zu probieren. Die Frau des Ladenbesitzers wollte mir eine braune Papiertüte für das Getränk geben, ich lehnte freundlich ab, da ich das Bier sofort trinken wollte. Zu meiner Überraschung entwickelt sich daraus ein lauter Disput, an dessen Ende der Ladenbesitzer beinahe handgreiflich wurde, bis ich einwilligte, meine Bierdose in Papier zu versenken. Kaum das ich den Laden verlassen hatte, ändert sich mein Blick auf meine Umgebung und ich bemerkte, wie viele Passanten mir aus braunen Papiertüten trinkend zuprosteten.

Wahrlich schon damals eine wunderbare Vorschrift – für die Papiertütenindustrie.

Santé!

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